Immerhin ganze drei Bürger waren am 03.11.2011 um 19:30 Uhr im Nebenraum der Traube erschienen, um die 4. Sitzung des Ausschuss für Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung zu verfolgen. Angekündigt war die Zitat: “Besprechung, endgültige Fassung und Druckauftrag der von der FH Worms erarbeiteten Fragebögen für Leistungsträger und Bürger” sowie die “Organisation der Umfrage, Helfer für die Befragung im November 2011″ Zitatende, also durchaus grosses Kino. In der November Ausgabe des Durchblick – Monatszeitschrift für Lautertal und Modautal hatte Ausschussvorsitzende Marieta Hiller (GLL) bereits berichtet, Zitat: “Schnellen Schrittes kommt das Tourismuskonzept Lautertal voran” (…) “Die beiden Befragungen sollen noch im November durchgeführt werden und kosten die Gemeinde Lautertal zunächst kein Geld” und so konnte man durchaus eine gewisse Erwartungshaltung an Sitzungsverlauf und -ergebnis stellen.

Doch dann kam alles ganz anders…

Diesmal entzündete sich der obligatorische Infight um Inhalte des Protokolls der 3. Sitzung vom 29.09.2011 daran, ob zukünftig eine Kommission dem Ausschuss zuarbeiten soll oder ein Arbeitskreis. Während Erich Sauer und Anja Müller (beide CDU) eine Kommission als verabredetes Ziel aus der letzen Sitzung ansahen konnte sich Ausschussvorsitzende Hiller (GLL) zunächst an einen Arbeitskreis und etwas später an gar nichts mehr erinnern. Der Versuch den Sachverhalt durch Recherche in der HGO aufzuklären scheiterte daran, dass Hiller – nach eigener Erklärung – ihre Lesebrille nicht dabei hatte und die vorhandenen Lichtverhältnisse für die vorhandene Brille nicht ausreichten.

Da zwischen einem losen Arbeitskreis, wo jeder je nach Lust und Laune teilnehmen kann oder eben auch nicht und einer personell fest besetzten Kommission mit klarem Auftrag Welten liegen ist die Kommission die deutlich stabilere Lösung und ich frage mich, warum Hiller mit einer Kommission so fremdelt. Diese von Erich Sauer (CDU) getriebene Diskussion musste sein, denn mit Grauen erinnert sich der interessierte Bürger an die Zustände im ehemaligen Tourismusausschuss unter Klaus Harjes (SPD), als es drunter und drüber ging und Ausschussitzungen auch schonmal an Karneval erinnerten.

Norbert Süßmuth (SPD) holte die Kuh schließlich mit dem Vorschlag vom Eis, den Begriff (Kommission oder Arbeistkreis) zunächst neutral durch Gremium zu ersetzen und die Entscheidung der Gemeindevertretung zu überlassen. Inzwischen war fast eine Dreiviertelstunde vergangen und das Problem nicht gelöst sondern nur verschoben.

… die Opposition gestaltet…

Die inhaltliche Erörterung der vorliegenden Fragebogen-Entwürfe gestaltete sich knapper als es die Tagesordnung erwarten liess, denn nachdem Erich Sauer (CDU) das gelieferte Ergebnis kurz und bündig mit “eindeutig zu flach” beurteilte war der Abend gelaufen. Die Ausschussvorsitzende stammelte noch irgendwas von “aha” hinterher, aber als Anja Müller (CDU) nachlegte, dass nicht einmal eine  Frage enthalten sei, aus welchen Quellen sich die Bürger über Tourismus informierten war klar, dass Hiller an diesem Abend über Altpapier diskutieren wollte. Die eher halbherzig vorgetragene Frage von Hiller, ob man denn jetzt an einer Verbesserung der Fragebögen arbeiten wollte führte zu der längst überfälligen Frage, welche Tätigkeiten die FH Worms für den Ausschuss erledigen soll und welcher Massstab an die Qualität der gelieferten Ergebnisse gestellt werden darf.

Boris Ertl (SPD) brachte es auf den Punkt als er feststellte, dass das abgelieferte Ergebnis nach einer studentischen Hausarbeit aussieht aus denen der Professor die Beste herausgesucht hat. Beate Dechnig (SPD) wollte dann auch nicht mehr für die FH Worms in die Bresche springen und machte den Sack zu. Die Ausschussvorsitzende Hiller liess sich brav einen Text in die Feder diktieren und ihr bleibt nur noch die Aufgabe Professor Scherhag das Ergebnis des Abends zu übermitteln.

CDU und SPD einigten sich noch schnell auf die weitere Vorgehensweise die vorsieht in die nächste Sitzung der Gemeindevertretung (15.12.2011) einen Antrag zur Bestellung eines “Gremiums” (s.o.) einzubringen. Die Sitzung endete jedoch mit einem – selbst für mich – überraschenden Ergebnis. Unisono stellten CDU und SPD Vertreter im Ausschuss fest, dass die bisherige Sitzungsfrequenz nicht durchzuhalten ist und es keinen plausiblen Grund gibt sich selbst so unter Zeitdruck zu setzen. Erst recht nicht, wenn man von dritter Seite gedrängt wird. Der Aufbau arbeitsfähiger Strukturen und die Aufstellung eines durchführbaren (im Sinne von “leistbaren”) Projektplan müsse gegeben sein, bevor man sich in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang stürzt.

… Ausschussvorsitzende schaut interessiert zu.

Ich hatte es bereits mehrfach ausgeführt, dass ich es für die grösste personelle Fehlentscheidung der SPD/GLL Kooperation hielt ausgerechnet Marieta Hiller auf den Posten der Vorsitzenden des Ausschuss für Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung zu setzen, denn in ihrer Dreifachrolle zwischen Mandatsträgerin, Inhaberin der Felsenmeerkobolde Hiller-Glaser-Reiser GbR und Herausgeberin des Durchblick und den daraus resultierenden Interessenkonflikten wird sie zwangsläufig zerrieben, wie nicht erst die Ausschusssitzung am 03.11. gezeigt hat. Anstatt “frei von der Leber weg” Ideen, Vorschläge und von mir aus auch steile Thesen in die Ausschussarbeit einzubringen und dadurch aktiv zu gestalten – also zu führen -, ist sie weitgehend damit beschäftigt sich nicht zu verplappern was sie denn als Unternehmerin am Felsenmeer so plant. Das Reden fällt ihr sichtlich schwer in dieser Zeit.

Bereits zur 3. Sitzung wurde mit kurzer Frist eingeladen, eine Jokerkarte die man nicht zu häufig ziehen sollte. Die erneute kurzfristige Einberufung des Ausschusses, um über einen Fragebogen-Entwurf zu beraten, der schon auf den ersten flüchtigen Blick nicht die notwendige Qualität aufweist war kopfloser Aktionismus und hat die Sache keinen Millimeter weiter gebracht. Schon in der 3. Sitzung am 29.09.2011 stellten Erich Sauer und Anja Müller (beide CDU) klar, dass der Ausschuss ein Beratungs- und Entscheidungsgremium sei und keine Arbeitssitzung in der Vorschläge erarbeitet werden und traditionell mit einem weissen Blatt Papier beginnen. D. h. das was im Ausschuss beraten und entschieden werden soll muss auch den Reifegrad haben entschieden zu werden.

Nach nur fünf Minuten Diskussion geriet Hiller in die Rolle der Beobachterin die interessiert verfolgt was andere gestalten. Die mehrfach  vorgetragene Forderung an ihre Adresse eine belastbare Projektplanung aufzustellen kann Ausschussvorsitzende Hiller nun nicht mehr überhört haben und sie wird sich dieser Aufgabe stellen müssen, denn sie hat sie sich selbst gewählt. Führung und Problemlösungskompetenz sieht nach meiner Auffassung bislang irgendwie anders aus…

Kommentieren ist momentan nicht möglich.