Der ein oder andere wird sich vielleicht noch an das peinliche Bild von George W. auf einem Flugzeugträger erinnern, als er im Pilotendress vor einem Plakat posierte auf dem “Mission accomplished” (Auftrag erledigt) Stand und alle Welt wusste, dass es noch lange nicht so weit war.

Unter dem Titel “Liefert die Lauter bald wirklich Strom? – Ökologischer Ansatz: SPD und Grüne Liste wollen die Lautertaler Energiewende mit Nachdruck vorantreiben” posieren Frank Maus (GLL) und Klaus Harjes (SPD) auf ihrem Flugzeugträger und wollen dem Bürger allen ernstes erzählen, dass die Energiewende mit einem Wasserrädchen in der Lauter mit einer Leistung von 20KW zu stemmen sei. 20KW entspricht der Leistungsklasse eines Anfänger-Motorrades (27PS)! Ein Smart ist mit mindestens 33KW motorisiert und selbst die Flutlichtanlage auf dem TSV oder SSV Sportplatz zieht mehr Leistung aus dem Netz als die “M&H-Turbine” hergeben könnte. Die Generatoren, die bei “Felsenmeer-in-Flamme®” eingesetzt wurden (2 Stück) hatten eine Einzelleistung weit jenseits von 20KW!

Die grösste Gefahr für eine erfolgreiche Energiewende in Lautertal sind derzeit leider diejenigen, die sie vor Ort auf den Weg bringen sollen, denn Harjes und Maus fehlt offensichtlich jegliches Augenmaß für die Dimensionen mit denen wir es in diesem Thema zu tun haben. Hier geht es um den Ersatz von Leistungsgrössen im Megawattbereich – also eine eins mit sechs nullen – und nicht um irgendwelche Wasserspiele die Maus und Harjes aufführen. Um eine Leistung von 1 MW bereitzustellen würden 50 dieser Laufwasserkraftwerke benötigt. Biblis hat eine Leistung von 2500 Megawatt (2.500.000.000 Watt) und wer da ran will muss schon mal zum grossen Hebel greifen, sonst wird das nix.

In meinem Positionspapier zur Energiewende in Lautertal hatte ich bereits ausgeführt, dass die Energiewende nur dann erfolgreich ist, wenn es gelingt möglichst grosse Leistungskontingente möglichst schnell ans Netz zu bringen und dadurch die Grosskraftwerke in einen Teillastbetrieb zu zwingen, der für die Betreiber unwirtschaftlich ist. Zwei Windräder auf dem Katzenstein mit vier Megawatt pro Stück und das Thema wäre für Lautertal gegessen, denn in 140 Meter Höhe (Rotor über Grund) weht immer Wind. Vier Windkraftanlagen und Lautertal könnte Strom an Bensheim exportieren.

Aus den Erträgen daraus liesse sich der sukzessive Einsatz von Blockheizkraftwerken in öffentlichen Gebäuden (Rathaus, Lautertalhalle, TSV Halle, Kindergärten, etc.) und Betrieben anfinanzieren. Das Holz der Lautertaler Wälder – in Pelletform ein idealer Brennstoff für die Bhkw – so sehen nachhaltige regionale Wertschöpfungskreisläufe der Zukunft aus.

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