Ich hatte es ja befürchtet; wenn man einmal anfängt im Haushalt der Gemeinde Lautertal zu graben fördert man fast unglaubliches zu Tage. Diesmal bin ich mir noch nicht ganz sicher über was ich mich mehr aufregen soll. Über die Tatsache, dass auch bei den Abwassergebühren hemmungslos Familien, Vereine und Gewerbetreibende abkassiert werden, um Besitzer grosser Anwesen zu subventionieren oder das diese Tatsache von den Damen und Herren Gemeindevertretern noch überhaupt nicht bemerkt wurde. Wann wollen die Mitglieder der Gemeindevertretung endlich aufwachen und anfangen ihren Auftrag zur Kontrolle der Verwaltung mal ernst zu nehmen!
1) Grundlegender Konstuktionsfehler des Abwassergebührenmodells ist , dass einerseits auf der Kostenseite nicht zwischen fixen und variablen Kostenbestandteilen unterschieden wird und anderseits auch die Arten von Abwasser nicht differenziert betrachtet werden. Für die Aufbereitung von Niederschlagswasser fällt naturgemäss nur ein Bruchteil der Kosten an wie für die Aufbereitung von Schmutzwasser aus dem Haushalt. Das derzeitige Gebührenmodell berücksichtigt diese Tatsache überhaupt nicht und so passiert es, dass Niederschlags- und Schmutzwasser zum wesentlich teuren Kostensatz für Schmutzwasser abgerechnet wird.
2) Vergleicht man das Lautertaler Modell fällt weiterhin auf, das Lautertal die einzige Kommune im Kreis Bergstrasse zu sein scheint, die sich so platt über den Tisch ziehen lässt, oder der “Abwasser-Aufbereiter” KMB unterscheidet wohl zwischen Niederschlags- und Schmutzwasseranteil und die Gemeindeverwaltung gibt diese günstigen Preise nicht an die Lautertaler Haushalte weiter. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, dann sollten sich die Damen und Herren Gemeindevertreter, vom ersten bis zum letzten, in Grund und Boden schämen, denn das geht dann mit einfacher Inkompetenz nicht mehr durch.
3) Erfolgt keine Umstellung des Gebührenmodells führt dies Infolge der Kopplung an die Frischwassermenge zwangsläufig zu einem automatischen Rückgang der Einnahmen. Rücklagen zur Wartung und Erneuerung der Infrastruktur können nicht gebildet werden. Am Ende dieser Misswirtschaftsspirale stehen Gebührenerhöhungen oder der Rückbau von Infrastruktur, d.h. dezentrale Sickergruben. Die Chancen auf den Zuzug junger Familien in das Lautertal würden dadurch massiv erschwert. Die demografische Entwicklung Lautertals wird dieses Szenario noch verstärken, da ältere Menschen erfahrungsgemäß weniger Wasser verbrauchen.
Lautertal, den 27.02.2011
Jörg Fink